Der Naturteich
Ein Naturteich funktioniert, weil er nicht gegen die Biologie arbeitet, sondern mit ihr: Sumpf- und Wasserpflanzen ziehen die Nährstoffe aus dem Wasser, die sonst die Algen ernähren würden; Kleinlebewesen übernehmen die Feinarbeit; die Tiefzone hält das Wasser im Sommer kühl und bietet im Winter Rückzug. Je grösser die bepflanzte Fläche im Verhältnis zur offenen, desto stabiler das System — als Faustregel gilt: mindestens ein Drittel des Teichs gehört den Pflanzen.
Beim Standort gilt: hell, aber nicht glühend. Vier bis sechs Stunden Sonne halten Pflanzen und Wasser lebendig; Vollsonne den ganzen Tag heizt kleine Teiche auf und füttert Algen, der Platz direkt unter grossen Laubbäumen füllt das Wasser im Herbst mit Nährstoffen. Und je grösser der Teich, desto einfacher die Pflege — kleine Wassermengen kippen schneller als grosse.
So baut sich ein Teich auf
Das erste Jahr gehört der Geduld. Fast jeder neue Teich durchläuft eine Algenphase, bis die Pflanzen eingewachsen sind und die Nährstoffkonkurrenz übernehmen — wer jetzt mit Mittelchen eingreift, verlängert das Problem meist nur. Ab dem zweiten Sommer pendelt sich das System ein, und die Pflege schrumpft auf einen Herbstschnitt der Pflanzen und das Abfischen von Laub.
Zwei Dinge gehören trotzdem von Anfang an bedacht: die Sicherheit — offene Wasserflächen und kleine Kinder vertragen sich nur mit Aufsicht, Zaun oder verzögertem Bauentscheid — und die Nachbarschaftsfrage Mücken. Die gute Nachricht: Ein funktionierender Naturteich ist kein Mückenparadies, im Gegenteil. Libellenlarven, Rückenschwimmer und Molche fressen Mückenlarven zuverlässiger als jedes Spray.

