Was du wann säst und setzt
Wer zum ersten Mal Gemüse anbaut, scheitert selten am Boden und fast immer am Kalender: zu früh gesät, zu spät gesetzt, den Sommer über gestaffelte Lücken. Dabei ist der Fahrplan im Kern einfach — er dreht sich um einen einzigen Termin: die Eisheiligen Mitte Mai, den statistisch letzten Frostmoment im Mittelland. Alles Frostempfindliche — Tomaten, Zucchetti, Bohnen, Kürbis — kommt erst danach ins Freie. Alles Harte — Radieschen, Salat, Rüebli, Erbsen — darf Wochen früher.
Die zweite Grundentscheidung: säen oder setzen? Wärmeliebende Langläufer wie Tomaten brauchen Vorkultur — auf der Fensterbank ab März oder bequemer als gekaufte Jungpflanze. Schnelle und robuste Kulturen sät man direkt, dafür mehrmals: Wer Salat und Radieschen alle drei Wochen nachsät, erntet durchgehend statt einmal im Überfluss.
Und für Lagen über etwa 700 Metern gilt die einfache Höhenregel: alles zwei bis drei Wochen später — der Kalender bleibt derselbe, er verschiebt sich nur.
Ab August denken die meisten ans Aufhören — dabei beginnt die zweite Saison: Nüsslisalat, Spinat, Winterportulak und Asia-Salate füllen die leeren Beete und tragen bis in den Winter. Wer im August sät, erntet an Weihnachten.
