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RATGEBER — ANBAUKALENDER

Was du wann säst und setzt

Zwischen dem letzten Frost und der ersten Herbsternte liegt ein erstaunlich präziser Fahrplan. Der Kalender fürs Schweizer Mittelland — mit dem Wendepunkt, um den sich alles dreht.

Wer zum ersten Mal Gemüse anbaut, scheitert selten am Boden und fast immer am Kalender: zu früh gesät, zu spät gesetzt, den Sommer über gestaffelte Lücken. Dabei ist der Fahrplan im Kern einfach — er dreht sich um einen einzigen Termin: die Eisheiligen Mitte Mai, den statistisch letzten Frostmoment im Mittelland. Alles Frostempfindliche — Tomaten, Zucchetti, Bohnen, Kürbis — kommt erst danach ins Freie. Alles Harte — Radieschen, Salat, Rüebli, Erbsen — darf Wochen früher.

Die zweite Grundentscheidung: säen oder setzen? Wärmeliebende Langläufer wie Tomaten brauchen Vorkultur — auf der Fensterbank ab März oder bequemer als gekaufte Jungpflanze. Schnelle und robuste Kulturen sät man direkt, dafür mehrmals: Wer Salat und Radieschen alle drei Wochen nachsät, erntet durchgehend statt einmal im Überfluss.

Und für Lagen über etwa 700 Metern gilt die einfache Höhenregel: alles zwei bis drei Wochen später — der Kalender bleibt derselbe, er verschiebt sich nur.

DER KALENDER FÜRS MITTELLAND AUSSAAT/PFLANZUNG · ERNTE
Radieschen — Direktsaat, staffelnMärz–Augustnach 4–6 Wochen
Pflücksalat — Direktsaat, staffelnMärz–Augustnach 6–8 Wochen
Rüebli — DirektsaatMärz–JuniJuni–Oktober
Erbsen — DirektsaatMärz–AprilJuni–Juli
Tomaten — Vorkultur/Jungpflanzesetzen nach den EisheiligenJuli–Oktober
Zucchetti — Jungpflanzesetzen Mitte Maiab Juli
Buschbohnen — Direktsaatab Mitte MaiJuli–September
Nüsslisalat — die HerbstlückeAugust–SeptemberOktober–März
Höhenlagen ab ca. 700 m: alle Termine 2–3 Wochen nach hinten schieben.
DIE UNTERSCHÄTZTE ZWEITE SAISON

Ab August denken die meisten ans Aufhören — dabei beginnt die zweite Saison: Nüsslisalat, Spinat, Winterportulak und Asia-Salate füllen die leeren Beete und tragen bis in den Winter. Wer im August sät, erntet an Weihnachten.

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Vom Plan zur ersten Ernte.
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